THESEN

Möbel für die Generation 21

10 Thesen von Uwe Lehmann / ULEDESIGN

1   Einrichtungsgegenstände und Möbel im 21. Jahrhundert müssen die Bedürfnisse erfüllen, die sich aus der Lebens- und Arbeitsweise der Generation 21 ergeben.
2   Die Generation 21 sind die Studierenden oder ins Berufsleben tretenden jungen Leute, die heute etwa 25 Jahre alt oder jünger sind. Sie werden künftig ihr Leben mehrheitlich als Nomaden in Beruf, Freizeit und Privatleben fristen.
3   Die modernen Nomaden des 21. Jahrhunderts werden national, kontinental wenn nicht gar global agieren. Der ständige Wechsel von Arbeitsaufgaben in einer Berufsanstellung, der Wechsel der Arbeitsstelle, des Wohnortes, der Moden und Einstellungen wird ihr Leben prägen. Flexibilität wird das alles beherrschende Schlagwort und Kriterium für Erfolg und Anerkennung.
4   Das Gegenstück zu Flexibilität ist Bestand. Um die Anforderungen der flexiblen Arbeits- und Lebensweise leisten zu können, wird die Generation 21 nach Beständigkeit als Gegengewicht suchen. Die Verankerung in Werten, Heimat und Herkunft, das Festhalten an Freundschaften, Erinnerungen und Erinnerungsstücken wird ihr wichtig sein. Ressourcenschonung wird zum allgemeinen Kriterium von Bestand und Nachhaltigkeit.
5   Einrichtungsgegenstände und Möbel müssen also wertbeständig und erinnerungswürdig sein. Die will man nicht wegwerfen, weil sie in neuer Umgebung der rote Faden in den Äußerlichkeiten des Lebens bleiben. Das hat Folgen für Qualität und Beständigkeit.
6   Einrichtungsgegenstände und Möbel müssen aber auch den Anforderungen der Flexibilität gerecht werden. Die müssen mit umziehen können. Sie dürfen also nicht so sperrig sein und wenig Platzbedarf beim Transport haben. Die Einrichtungsgegenstände und Möbel will man auch gelegentlich in der Wohnung neu arrangieren. Sie dürfen auch multifunktional einsetzbar sein. Das hat Folgen für Form und Materialien.
7   Als Gebrauchsgegenstände müssen Einrichtungsgegenstände und Möbel einen großen Gebrauchswert haben, ohne Gebrauchsanleitung benutzbar und zu einem Gebrauchspreis erwerbbar sein.
8   Als emotionale Objekte müssen Einrichtungsgegenstände und Möbel dem Bedürfnis nach Selbstdarstellung und Imagebildung gerecht werden. Sie müssen also von Gestalt, Material und Gebrauchswert zeitlos modern sein.
9   Es muss Einrichtungsgegenstände und Möbel geben, die das Bedürfnis nach dem Dazugehören erfüllen – also als Massenprodukt bei Menschen gleicher Szene überall anzutreffen sein. Und es muss jene geben, die das Bedürfnis nach Abgrenzung und Individualität erfüllen – also die unverwechselbaren Einzelstücke regionaler oder preislicher Art, die nicht überall im globalen Dorf erhältlich sind.
10   Diesen Erfordernissen soll der Gestaltungsansatz von Uwe Lehmann / ULEDESIGN gerecht werden. Er beruht auf den Eckpfeilern Einfachheit, Modularität und Flexibilität. Einfachheit führt zu leichtem Verstehen der Gestaltung und Nutzung, Modularität ermöglicht vielfältige Größen- und Material-Kombinationen, Flexibilität schafft Raum für Phantasie und verschiedene Anwendungen.